Google TV – Internet auf dem Fernseher

zurück zum Blog

Mit dem Start von Google TV diesen Herbst in den USA soll Fernsehen und Web auf einem Gerät verschmelzen. Für Deutschland wird Google TV im kommenden Jahr erwartet. Dies kündigte Eric Schmidt (CEO bei Google) im September auf der IFA in Berlin an.

Basierend auf dem Betriebssystem Android und dem Google-Browser Chrome ist der Einstieg ins Web möglich. Kern der Technologie ist ein Suchfeld, über das sowohl das Fernsehprogramm, das Web als auch installierte Android-Applikationen durchsucht werden können. Auf einem Home-Screen verschmelzen Web und Applikationen. Durch eine Bild-in-Bild-Funktion wird auch das laufende Fernsehprogramm integriert.

Auf dem US-Markt sind bereits die ersten Set-Top-Boxen und Stand-Alone-Geräte erhältlich, die Google TV unterstützen. Die Steuerung dieser Geräte ist entweder über eine Tastatur oder ein Android-Handy möglich. Die Peripherie wird über WLAN an die Hardware angeschlossen.

Unter http://www.google.com/tv/ stellt das Unternehmen seine neue Technologie vor und liefert die ersten Eindrücke.

Entwicklung

Noch gilt abzuwarten, wie genau Google plant den neuen Geschäftszweig zu vermarkten. Zum einen werden über Google TV die bereits bestehenden Vermarktungskanäle von Google AdWords und Googles Banner-Netzwerken auf ein neues Medium erweitert. Zum anderen ist auch ein eigener Vermarktungszweig, zugeschnitten auf das neue Medium, denkbar.

Wie schnell sich Google TV verbreiten und etablieren kann ist noch offen. Für die internationale Verbreitung laufen aktuell Verhandlungen mit diversen TV-Anbietern.

Auch auf Seiten der Software-Entwicklung wird es noch einiges zu tun geben. Durch die offene Software-Lösung mit dem Betriebssystem Android ist die Entwicklung neuer Applikationen bereits möglich. Eine Anpassung existierender Applikationen an das Medium Fernseher wird allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen.

Auch Websites müssen erst noch „TV-tauglich“ gemacht werden, bevor Web-Inhalte über den Fernseher im heimischen Wohnzimmer genossen werden können. Ein Guideline ist in den englischsprachigen Google Docs bereits unter „Optimizing websites for Google TV“ zu finden. Da sich die Darstellung auf einem Fernsehgerät von der eines PC- oder Laptop-Bildschirms unterscheidet und auch die Distanz zum Bildschirm meistens deutlich höher ist, ist zu erwarten, dass der Content von Websites umfangreichen Anpassungen zu unterziehen ist. Auch notwendige Optimierung der Website-Navigation auf alternative Eingabe-Geräte und ein anderes User-Verhalten sind zu erwarten.

Autor

Björn Zeese
Projektleiter

Kategorie:

Kommentare

Und was meinen Sie?

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.