Google-Update gegen Scraping und Parkdomains
Google veröffentlichte gestern im hauseigenen Blog Insidesearch erneut eine Liste an Updates und Algorithmus-Veränderungen. Manche dieser Updates stehen in unmittelbarem Zusammenhang zu der Formulierung einer Suchanfrage, andere beziehen sich auf den Vorgang des Crawlens von Webseiten. Sicherlich bewegen sich die neusten Änderungen im Rahmen der üblichen Updates, die in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht werden (die letzten: 14.November: 10er Pack an Updates, 3. November: Freshness Update). Doch obwohl die Updates die SEO-Welt vermutlich nicht erschüttern werden, sind einige Aspekte doch bemerkenswert.
Ankündigung der Updates im Google-Blog Insidesearch
Original Inhalte – Kampf gegen Scraper
Mit diesem Update greift Google ein altbekanntes Problem auf: der sicheren Idendifizierung von Original-Inhalten gegenüber kopierten Versionen.
„Original content: We added new signals to help us make better predictions about which of two similar web pages is the original one.“
Nach wie vor zählt die sichere Unterscheidung einer Original-Webseite von einer Kopie zu den großen Herausforderungen der Suchmaschine. Google behauptet, Originalseiten mit diesem Update nun besser von der Kopie unterscheiden zu können. Welche neuen Signale dabei eine Rolle spielen, verrät der Blogartikel jedoch nicht. Die Unterscheidung zwischen Original und Kopie war schon häufiger Gegenstand von Updates gewesen. Google spricht dies zwar nicht direkt an, doch man kann davon ausgehen, dass auch die neuste Algorithmus-Anpassungen auf das Problem des Content Scrapings abzielt. Das erneute Aufgreifen dieses Themas innerhalb eines, wenn auch kleineren, Google-Updates zeigt, dass der Kampf gegen die Scraping-Problematik noch nicht beendet ist.
Update gegen geparkte Domains
Ein zweiter interessanter Punkt bei den neusten Updates ist das Vorgehen gegen geparkte Domains: Google führt einen neuen Algorithmus zur Identifizierung von geparkten Domains ein.
„New “parked domain” classifier: This is a new algorithm for automatically detecting parked domains. Parked domains are placeholder sites that are seldom useful and often filled with ads. They typically don’t have valuable content for our users, so in most cases we prefer not to show them.“
Bei einer geparkten Domain handelt es sich um eine Platzhalter-Seite, die stellvertretend für die Original-Webseite online gestellt wird. Diese Platzhalter werden eingesetzt, wenn die eigentliche Webseite noch im Aufbau ist oder sich im Umbau befindet. Zunehmend werden jedoch Domains registriert und dann sofort geparkt und mit Anzeigen gefüllt. In anderen Fällen wird die Domain zum Kauf angeboten. Da geparkte Domains keinerlei praktischen Nutzen für die User haben, hat Google ein großes Interesse daran, diese aus den SERPs zu entfernen. Dass Google Webseiten ohne echte Inhalte nicht schätzt, ist jedoch nichts Neues. Der „parked domain classifier“ ein Indiz dafür, dass die Suchmaschine künftig noch schärfer gegen geparkte Domains vorgehen wird.
Google zum Thema "geparkte Domains"
Änderung an der Spitze der Suchergebnisse
Eine weitere Algorithmus-Veränderung betrifft die Ergebnisse an der Spitze der SERPs. Hier möchte Google in Zukunft ausgewogenere Treffer anzeigen.
„Top result selection code rewrite: This code handles extra processing on the top set of results. For example, it ensures that we don’t show too many results from one site (“host crowding”). We rewrote the code to make it easier to understand, simpler to maintain and more flexible for future extensions.“
In jüngster Vergangenheit wurden in den Top-Positionen der Trefferliste häufig zu viele Ergebnisse einer einzigen Webseite angezeigt. Google möchte mit der Code-Anpassung erreichen, dass die Suchergebnisse übersichtlicher und vielfältiger werden. In der praktischen Umsetzung bedeutet dies, dass Markenseiten bei Suchanfragen nach der eigenen Marke weniger Raum in den SERPs besetzen können. Infolgedessen erhalten Wettbewerber oder Kritiker die Chance zum Aufstieg.
Screenshot: Suche nach „Amazon“, Treffer „above the fold“, 02.12.2011.
Suchanfragen mit seltenen Keywords
Dieses Update befasst sich mit Suchanfragen nach Phrasen, die ein seltenes Keyword enthalten.
„Related query results refinements: Sometimes we fetch results for queries that are similar to the actual search you type. This change makes it less likely that these results will rank highly if the original query had a rare word that was dropped in the alternate query.[...]”
Sucht man bei Google nach einer Keywordphrase, erhält man in der Trefferliste stets auch Ergebnisse, die der eigentlichen Suchanfrage nicht exakt entsprechen, jedoch ähnlich sind. Hier besteht die Gefahr, dass seltene Keywords in der Suchanfrage in der Trefferliste verlorengehen. Mit diesem Update möchte Google erreichen, dass seltene Worte aus der Suchanfrage in den Suchergebnissen enthalten bleiben.
Weitere Updates
Mehr Vorschläge bei Google Autocomplete: Google will künftig noch mehr Vorschläge zur Autovervollständigung anbieten und diese besser auf die Suchanfrage abstimmen.
Umfassendere Indexierung: Dieses Update macht die Indexierung von long-tail Dokumenten möglich, sodass diese eine größere Wahrscheinlichkeit haben, zu relevanten Suchanfragen zu ranken.
Verbesserte Blog- und Bildersuche: Der Index der Google Blogsuche wurde verändert; die Ergebnisse sollen dadurch verbessert werden. Die Google-Bildersuche soll nun aktuellere Ergebnisse anzeigen.
Google will nun Live-Ergebnisse der US-Major League Soccer sowie der Canadian Football League anzeigen. Dies wird wohl zunächst zur die US-Version von Google betreffen.
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